KATRIN BONGARD

JUNIMOND

Junimond von Katrin Bongard

Junimond

E-Book
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Seiten
ISBN
9,99 €
14,99 €
428
978-3-946494-38-6
Young Adult, All Age,

*Ein intensives, sonniges Buch über Film, Freundschaft & Liebe*

Olivia, Ares und Nick sind Freunde seit dem Kindergarten, wohnen in der gleichen Gegend, gehen auf die gleiche Schule, sehen sich täglich. Als Stella in ihre Gegend zieht, verändert sich das sensible Gleichgewicht der Gruppe. Als die Freunde für ein Filmprojekt in das Haus von Stella ziehen, wird klar, dass die Tage der Kinderfreundschaft vorbei sind, und ein Sommer voller Liebe beginnt.

 

 

Kindergarten - Außen - Tag

Ares (5), Nick (5) und Olivia (5), sitzen hinter einem Busch. Nick ist ein nachdenklicher Junge mit Sommersprossen und blonden Haaren. Ares hat einen frechen Blick. Beide sehen fasziniert zu Olivia, einer kleinen Prinzessin mit langen blonden Haaren und einem hübschen Gesicht. Vor ihnen steht eine Schüssel mit Apfelstücken, daneben ein Glas Schokoladencreme.

     OLIVIA:
     Wenn ich groß bin, esse ich immer Nutella.
     Immer.

     NICK (ernst):
     Aber das ist nicht gesund.

     OLIVIA:
     Das ist mir egal. Ich mach dann, was ICH will.

     ARES:
     Genau!

     NICK:
     Wenn die aber die Nutella suchen?

     OLIVIA:
     Wir sagen nichts.

     ARES:
     Gar nichts.

Olivia schraubt das Nutella-Glas auf. Eine golden schimmernde Folie leuchtet in der Sonne. Sie hält den Jungen feierlich das Glas hin. Beide starren ehrfurchtsvoll auf die Folie, heben langsam ihre Hände, strecken zögernd den Zeigefinger aus. Doch das Mädchen ist schneller, ihr Finger schießt vor und durchsticht die Folie. Sie zieht ihn langsam zurück, hält ihn triumphierend hoch. Die drei Kinder betrachten die Schokolade auf der Fingerspitze, die Jungen sind schwer beeindruckt. Für einen Moment erstarren alle drei. Sie hat es getan.
Olivia leckt genüsslich ihren Finger ab. Die Heldin. Sie lächelt Ares zu, sein Finger tastet sich grinsend durch das Loch in der Folie. Nick beobachtet beide mit weit aufgerissenen Augen, während seine Hand abwesend in die Schüssel mit Apfelstücken greift.

 

11 Jahre später

»Achte immer auf den Horizont.«
(Fluch der Karibik III)

Frühsommer. Samstagnacht

Eine Currywurstbude in Berlin-Mitte war nicht der Ort, an dem man Ares normalerweise suchen würde. Und genau deshalb genoss er den ketchupverschmierten Plastikstehtisch, die schlaff herunterhängende Lichterkette an der Ladenfront des Imbisswagens, das fahle Licht der Straßenlaterne und seine eigene übermüdete Stimmung. Eigentlich fehlte nur noch ein Hund, der vor ihm auf den Gehsteig kackte. Wie eine Szene aus einem Independent-Film über einen melancholischen Helden auf der Suche nach sich selbst. Blasse Farben, starke Aufblenden, undurchsichtige Charaktere und niemand verstand, worum es eigentlich ging.
   Ares sah zu der korpulenten Frau im Imbisswagen, die unentschlossen die letzten zwei Bratwürste auf dem Grill hin und her schubste und versuchte, ihn wahlweise streng anzusehen oder zu ignorieren. Sie war nicht unbedingt die ideale Zuschauerin, aber darauf kam es bei diesem Film sowieso nicht an. Im Imbisswagen lief ein deutscher Schlager. Grausam und einfältig.
   Ares dachte an seine Band. Sie brauchten wirklich einen ­Manager. Jemanden, der ihnen etwas abnahm: Auftrittsorte finden, Musikvideos produzieren, Verträge abschließen. Eigentlich alles, abgesehen vom Musik machen. Wobei das auch ein Problem war. Genau deshalb waren sie eine Punkband, denn Punkbands mussten nicht spielen können, sie machten Stimmung. Waren laut und wütend. Unangepasst.
   Und Nick sollte sich endlich dazu durchringen, mit ihm aufzutreten. Auch wenn noch nicht alles perfekt war.
Ares nippte an der lauwarmen Cola. Seit er sich mit vierzehn, was ihm wie eine Ewigkeit vorkam, mit Bier und Schnaps ins Koma getrunken und zwei Tage mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus gelegen hatte, vertrug er weder Bier noch sonstigen Alkohol. Schon der Geruch löste Übelkeit bei ihm aus. Aber vielleicht war es ja besser so. Bestimmt. So blieb der Geist klar und fokussiert auf seinen höheren Plan: Der Welt etwas beweisen.
   Zeigen, was in ihm steckte, zu was er fähig war. Eigentlich egal womit. Groß, einflussreich und berühmt werden. Und geliebt. Natürlich auch geliebt. Von den Massen und einer Frau, die er noch finden musste und für die er notfalls auch alles aufgeben würde. Ares seufzte. Das war der Punkt, an dem sich seine Gedanken regelmäßig verwirrten und er dieses Gefühl im Magen bekam, als ob nichts wirklich wichtig wäre, außer geliebt zu werden. Und all diese Sehnsucht nach Ruhm und Berühmtheit eigentlich nur ein Ersatz dafür war.

     Ares von Bergdorff


Presse/Rezensionen

Und wieder ist hier ein weiteres wunderschönes Buch aus der Feder von Katrin Bongard. Kennzeichnend für ihren Schreibstil und ihre Inhalte finde ich unter anderem immer die Vielschichtigkeit der Bücher und ihren spannenden und mitreißenden Schreibstil. (Irina Wolpers, Lovelybooks 2013)

Katrin Bongards Schreibstil sowie ihr Ideenreichtum haben mir sehr gut gefallen. Der Roman ist ein muss für alle Filmliebhaber und trotzdem nicht weniger interessant für alle anderen. Kapitel im Drehbuchstil zu schreiben und Filmzitate an den Anfang zu setzen fand ich sehr gelungen. Man lernt in diesem Buch aber nicht nur jede Menge über die Filmwelt, sondern auch die Verhältnisse zur NS-Zeit und vor allem auch einiges über Vertrauen, Interesse, Mitgefühl und Ehrlichkeit. (Claudie, Lovelybooks 2014)

Zu Beginn dachte ich, Junimond wäre eine schöne Liebesgeschichte zum Genießen. Ich bin froh, dass der Jugendroman mehr als das gewesen ist. Katrin Bongard konnte mich mit ihrer Kreativität überzeugen. (Janna, Lovelybooks 2014)

Leseempfehlung für alle ab 12/13Jahren, die Jugendbücher mit einem hohen Authentizitätsfaktor lieben. (Julia Rose-Greim, Lovelybooks 2013)