In Dunkeln zu Hause
Im Dunkeln zu Hause ist unsere neueste Veröffentlichung. Nach etlichen Blogbeiträgen zu Autofiktion konnten wir Uwe endlich überzeugen, dass es Zeit ist, das eigene Buch zu schreiben. Und da der große Vorteil unseres kleinen Labels ist, dass wir einfach nur auf Go! gehen müssen, wenn uns ein Projekt interessiert, war das ganz einfach.
Okay, es war nicht so einfach und hat ein paar Jahre gedauert, bis Im Dunkeln zu Hause Form angenommen hat. Wer sich an die Traumtexte – Auf der anderen Seite erinnert. (Und ja, unbedingt lesen!), der wird vieles erkennen. Wie ihr wisst, ist Autofiktion ein Thema, das uns schon lange und Uwe ganz besonders beschäftigt. Im Übrigen ist es ein Bereich in der Literatur, der sich gegen KI behaupten wird, denn noch hat die Maschine kein eigenes Leben, von dem sie berichten kann.
Das Faszinierende an Autofiktion: Man schreibst über deas eigenes Leben und irgendwie wird doch alles anders. Weil es eben keine Biografie ist, kein Lebensbericht, sondern die Umsetzung von Gefühlen und Erinnerungen in Fiktion. Für Uwe hieß das, dass er im Ruhrgebiet gestartet ist, seiner Herkunft, dass Erfahrungen aus seiner kurzen Zeit als Student im Bergbau eingeflossen sind, doch vieles dazukam, das neu erfunden wurde. Diese Mischung ist das Besondere an Autofiktion.
Worum geht es?
Ruhrgebiet. 1975.
Der 19-jährige Hauke wird von seinem Großvater und seiner Tante in einem kleinen Bergarbeiterhaus aufgezogen.
Alle seine Vorfahren waren Bergleute, doch Hauke will Künstler werden.
Er ahnt nicht, wie weit er in die Vergangenheit hinabsteigen muss, um seinen Traum zu verwirklichen.
»Da ist kein Schachtgitter, nie eins gewesen.
Statt Förderkorb ein schwarzes Loch.
Da geht es wirklich tief hinab. Nach innen.«
Sprache
Wie immer ist die Sprache bei Uwe besonders, nehmen die Szenen traumhafte Formen an, tauchen Bilder im Kopf seines Protagonisten auf, die mal Visionen, mal Träume sind. Das bedarf einer Sprache, die sich mehr Freiheiten nimmt, ein stream of consciousness, der die Leser:innen in die Szenen unter Tage und die intensiven Zeichen-Sessions des Protagonisten zieht. Wir erleben mit Hauke, was es heißt, sich zu finden und ein Sprachlosigkeit zu überwinden.
Über den Autor
Uwe Carow ist in Bochum geboren, als – wie er gerne sagt – da noch die Sonne verstaubte. Er ist der Erste in seiner Familie, der Abitur gemacht hat und der Letzte, der im Bergbau gearbeitet hat. Heute lebt er als Bildhauer und Autor in Potsdam.
Bei Red Bug Books sind seine Graphic Novels „Der Fänger“, „Atem holen“ (mit Katrin Bongard) und „Shadow“ (mit B. Morris Allen) erschienen.
Für seinen Lyrikband „Station UC“ ist er 2012 mit dem Brandenburgischen Literaturpreis ausgezeichnet worden.



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